Weiterentwicklung des HIS Kennwertverfahrens
Aktuell: Phase 4 – Projektabschluss in Sicht!
Nach Abschluss der Phase 3 – Testphase der Beta Version 2.1 haben sich Hochschulen, MKW und HIS HE in mehreren Sitzungen intensiv mit den Ergebnissen beschäftigt. Aus Sicht der HAW’en waren zunächst insbesondere die Flächenkennwerte im Bereich der allgemeinen Lehre und der Büroflächen kritisch.
Erfreulicherweise haben sich im Laufe der Beta-Versionen 3.1 und 3.2 sowie der finalen Vorab-Version positive Entwicklungen ergeben, wie die von den Testhochschulen und KoBa NRW unter enormen Zeitdruck vorgenommenen Auswertungen gezeigt haben. Einen guten Trend zeigen die Entwicklungen im Bereich Labore und fachbezogene Lehre sowie die neuen Kennwerte für Selbstlernflächen.
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Nach wie vor muss ein kritischer Blick auf die Kürzungen der allgemeine Lehre in einigen Lehrbereichen geworfen werden. Auch der zu erwartende deutlich höhere Bürokratieaufwand für Begründungen und Dokumentationen steht aus Sicht der Hochschulen im Widerspruch zu den gewünschten Beschleunigungsaspekten und Bestrebungen eines Bürokratieabbaus.
Die Kürzungen der Büroflächen sind nicht mehr so erheblich wie zu Beginn der Testphase. Dennoch wird es gerade im Bereich der Verwaltung zu Flächenkürzungen kommen. Das MKW betrachtet die Kürzungen im Bürobereich als notwendig. Es spricht sich für eine Umstrukturierung der Flächen aus und betont, dass sich die Arbeitswelt durch Faktoren wie Home-Office und Teilzeitbeschäftigung grundlegend verändert und die Flächen dementsprechend neu gestaltet werden müssen.
Die HAW’en haben den Abschluss des Projektes mit dem Wunsch verbunden, in ca. 2 Jahren nochmal kritisch auf die Verfahren zu blicken und Offenheit für Anpassungen zu zeigen, wenn sich Fehlentwicklungen abzeichnen. Auf diesen Vorschlag haben sowohl die HIS-HE als auch das MKW positiv reagiert und zugestimmt. Die letzte Lenkungsausschuss-Sitzung fand am 26.02.2026 statt. Bis Ende März soll weiter an der Verfahrensbeschreibung und ggf. Anpassungen aufgrund der letzten Diskussionen gearbeitet werden. Der endgültige Projektabschluss ist für April 2026 geplant.
Zum Hintergrund
Das HIS Kennwertverfahren (KWV) wurde von HIS-HE im Auftrag des Landes NRW bereits 2005, zunächst für die Universitäten, entwickelt. Dieses umfasste zunächst Flächenberechnungsverfahren für Lehr- und Forschungseinheiten. Das Verfahren wurde ab 2008 auf die HAW NRW ausgeweitet und um Berechnungsverfahren für Hochschulverwaltungen, und Hochschulbibliotheken ergänzt. Das Planungsinstrument berechnet auf der Grundlage weniger Eingangsgrößen (Personal, Studienplätze, Drittmittel) , wie viel Nutzungsfläche (NUF 1-6) die einzelnen Fächer sowie Hochschulverwaltung und Bibliothek benötigt werden. Berechnet werden u.a. Flächenansätze für
- Büroräume,
- Labore,
- allgemeine und fachbezogene Lehrflächen,
- Verwaltungs- und Bibliotheksflächen usw.
Anfang 2020 folgten in Abstimmung mit den Studierendenwerken Berechnungsverfahren für Mensen und Cafeterien. Durch die Entwicklung in Studium und Lehre, aber auch durch neue Finanzierungsquellen, wurden nicht nur von den Hochschulen, sondern auch vom Land NRW (FM/MKW) in einigen Themenfeldern Weiterentwicklungspotenziale des KWV gesehen. Daher wurde 2023 vom MKW NRW der Auftrag an HIS HE erteilt, das Kennwertverfahren weiter zu entwickeln.
Die HIS Projektphasen
In der ersten Projektphase (Januar bis Juli 2023) wurde identifiziert, an welchen Stellen das Kennwertverfahren nicht mehr die gewünschte Ergebnis- und Verfahrensqualität erzielt. HIS-HE hat dazu systematisch geprüft, welche Elemente aktualisiert oder verändert und welche Elemente ggf. ergänzt werden sollten.
Als Schwerpunkt für eine Weiterentwicklung wurde u.a. der gestiegene Bedarf an Selbstlernflächen gesehen, die stärkere Berücksichtigung des wissenschaftlichen Beschäftigten an HAW’en, aber auch die Anpassung der Büroflächenkennwerte aufgrund der Grundsatzentscheidungen der Landesregierung 2016 mit Anpassung 2023 zur effizienten und nachhaltigen Raumnutzung.
Ein zentraler Aspekt der Aktualisierung in Projektstufe 2 ist die Anpassung an die Entwicklungen in der Personalstruktur, sowie an die veränderte Finanzierung und aktuelle Personalkosten. Dies betrifft sowohl die Beschäftigten, die über QVM- und ZSL-Mittel finanziert werden, als auch den Bereich der Drittmitteleinnahmen. Die Flächenkennwerte im Bürobereich werden entsprechend den neuen Eingangsgrößen unter Berücksichtigung der Vorgaben des Landes angepasst. Für das eigenständige Lernen der Studierenden wird ein neuer Flächenkennwert eingeführt, und es werden Planungsansätze für den Flächenbedarf innovativer Lehrraumkonzepte entwickelt.
Die Planungsansätze im Laborbereich werden in mehreren Schritten validiert und gegebenenfalls angepasst, wobei unterschiedliche Ausstattungsprofile klarer definiert werden. Das Kennwertverfahren ermöglicht die Berücksichtigung von Sondertatbeständen, um den in den letzten Jahren eingetretenen Veränderungen an den Hochschulen Rechnung zu tragen. Die Aktualisierungen zielen darauf ab, Sondertatbestände, soweit möglich, als reguläre Ausstattungskategorien zu definieren und die Bedingungen für ihre Anerkennung klarer zu gestalten.
Arbeitspakte und Zeitplan der Phase 2
Zum Schluss wurde es – wie wohl in vielen Projekten – stressig und zeitlich eng!
Bewertung (aus Hochschulsicht)
Positiv kann zunächst hervorgehoben werden, dass einige HAW Aspekte, die von einer HAW Fachgruppe unter Leitung des KoBa NRW für die HAW’en bereits im März 2023 ermittelt wurden (siehe Abschlussbericht 03/2023).
Landesprojekt eingeflossen sind. Anerkannt wurden, z.B.
- Berücksichtigung der Beschäftigten aus ZSL und QVM – Finanzierungen
- Einbeziehung der Wissenschaftlichen Beschäftigten bei der Büroflächenberechnung an HAW’en
- Berücksichtigung von Flächen für freies Lernen der Studierenden
- Berücksichtigung von neuen Flächen in der Lehre
Ein sehr intensiv diskutierter Punkt war die geplante Kürzung der Büroflächen in allen Hochschulbereichen. Außerdem wäre sicher noch mehr Zeit für eine Betrachtung der Laborflächen-Parameter, der Profile der Professuren etc. und der Anwendung des Tools in der Praxis wünschenswert gewesen. Letztlich hat man sich – auch aus zeitlichen Gründen – darauf verständigt, zunächst die bislang feststehenden Ergebnisse zu testen und anschließend anhand der Ergebnisse eine abschließende Bewertung vorzunehmen.
| Testphase der Beta-Version - Zeitplan | |
|---|---|
| 01.09.2025 | Kick-Off-Meeting |
| bis 18.09.2025 | Vorbereitung der Daten |
| 22.09.2025 | Vorstellung des neuen Berechnungstools |
| 22.09. bis 10.10.2025 verlängert bis 31.10.2025 | Testphase - Anwendung in den Modellhochschulen |
Testphase für das neue HIS Kennwertverfahren ist abgeschlossen! Auswertungen wurden bewertet.
In einem Kick-off Meeting am 01.09.2025 wurde von HIS HE der Startschuss für die Testphase der Beta Version des neuen HIS Kennwertverfahrens erteilt. Die Testphase startete dann am 22.09.2025 für zunächst drei Wochen und musste aufgrund vieler Fragen zur Anwendung bis Ende Oktober verlängert werden.
Die Ergebnisse haben gezeigt, dass es vor allem im Bereich der allgemeinen Lehre und der Büroflächen zu erheblichen Flächenkürzungen kommen würde. Hierzu fand am 20.11.2025 ein intensiver Austausch der Lenkungsgruppe statt. Bis Mitte Dezember sollen nun die Ergebnisse überprüft und ggf. angepasst werden. Für das Rechentool soll eine Version 3.1 entwickelt und eine Verfahrensbeschreibung erstellt werden. Der Zeitplan war sportlich. Die letzten Unterlagen wurden am 23.12 vorgelegt.
An der Testphase nahmen seitens der Hochschulen für angewandte Wissenschaften teil:
– FH Münster
– Hochschule Rhein-Waal
– FH Südwestfalen
– Westfälische Hochschule
Die Ergebnisse wurden von den Testhochschulen mit den ermittelten Ergebnisse nach dem bisherigen HIS-Kennwertverfahren (KWV 2012) verglichen. Dabei zeigte sich, dass im Bereich der HAW mit erheblichen Kürzungen im Bereich der allgemeinen Lehre (Hörsäle, Seminarräume) zu rechnen ist. Dies wird kritisch bewertet, da auf Basis dieses Kennwert-Ergebnisses auch die Ausstattung der Selbstlernflächen erfolgen soll.
Die Büroflächen wurden in mehreren Schritten angepasst. Positiv hervorzuheben ist die künftige Einbeziehung der wissenschaftlichen Beschäftigten und die Berücksichtigung aller Finanzierungsarten (d.h. Landesfinanzierung plus QVM und ZSL). Durch die Reduzierung der Flächen – und Platzfaktoren und der zusätzlichen Berücksichtigung eines Auslastungsfaktors ergeben sich jedoch Flächenkürzungen von 20 % bis 30 %. In der Abschluss-Phase sollen nunmehr notwendige Anpassungen geprüft und eingearbeitet werden. Der Zeitplan bleibt auch weiterhin sportlich.

