Neue Leitung für das KoBa NRW – Im Interview mit Rüdiger Göbelsmann

Mit über 20 Jahren Erfahrung aus Architektur, Sachverständigenwesen und langjähriger Leitung im Hochschul-Gebäudemanagement übernimmt Rüdiger Göbelsmann zum 01. März 2026 die Leitung des KoBa NRW. Sein Ziel: Fachwissen bündeln und Synergien nutzen, um die Partnerhochschulen bei anstehenden Bau-, Sanierungs- und Klimaschutzaufgaben zukunftsorientiert zu unterstützen. Dafür möchte er das KoBa NRW als Kompetenzzentrum und Netzwerkplattform weiter stärken.
1. Bitte stellen Sie sich kurz vor.
Inzwischen summiert sich meine Berufserfahrung auf über 20 Jahre, in denen ich in den Bereichen Gebäudewirtschaft, Betreiben und Bauen tätig war. Nach einer Bauzeichner-Ausbildung habe ich in Kaiserslautern Architektur studiert. Während des Studiums war ich als Bauzeichner zum einen selbständig, zum anderen auch stundenweise als Werkstudent in einem Sachverständigenbüro tätig. Dort habe ich dann, nach zwei Jahren bei der Reihenhaus AG, als Architekt gearbeitet. Neben der Verkehrswertermittlung bin ich auch in das Thema Bauschäden eingestiegen, habe dies mit einer Fortbildung zum Sachverständigen vertieft.
Mit dieser Erfahrung bin ich dann aus dem Sachverständigenwesen in das Gebäudemanagement gewechselt. Zunächst als Technischer Leiter bei einer Wohnungsbaugenossenschaft, seit 2012 bei der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Dort war nicht nur der Betrieb und die Instandhaltung taktgebend. Vor allem der 1. Bauabschnitt zum künftigen Campus mit Neubau und Kernsanierung der Gebäude der ehemaligen FhÖV war eine spannende Aufgabe, die ich begleiten durfte.
2. Was hat Sie motiviert, die Leitung des KoBa NRW zu übernehmen?
Die Aufgaben sowie die Rolle des KoBa NRW in der Hochschullandschaft finde ich spannend und habe sowohl die Leistungen als auch die Unterstützung der Kolleginnen als Dezernent sehr geschätzt. Die Rolle des KoBa NRW als Partner der Hochschulen für Wissensmanagement sowie fachliche Beratung und Unterstützung – z. B. bei Vergabethemen – würde ich gerne mit einem interdisziplinär aufgestellten Team und meiner beruflichen Erfahrung aus dem Hochschulbetrieb ausbauen und weiterentwickeln.
Hierfür möchte ich Synergien nutzen, Wissen sammeln und bedarfsgerecht vermitteln sowie Innovationen erkennen. Oder auch dabei helfen, bauliche und fachliche Probleme zu analysieren, um gemeinsam mit den Partnerhochschulen individuelle Lösungen zu entwickeln. Das Profil des KoBa NRW als kompetenter Ansprechpartner in Bau- und Betriebsfragen, als Netzwerkplattform und Wissensdatenbank zu schärfen, ist das Ziel und meine Motivation.
3. Als ehemaliger Dezernent für Gebäudemanagement bringen Sie beste fachliche Voraussetzungen mit. Welche Herausforderungen sehen Sie dennoch in der neuen Position?
Die Hochschulen werden in den kommenden zwei Jahrzehnten mit vielen sehr großen Bau- und Betriebsthemen konfrontiert. Viele der in den späten 1970er- und den 1980er-Jahren erbauten Gebäudekomplexe sind sanierungsbedürftig, Neubauten sind in Planung, die Ziele zur Klimaneutralität sollen erreicht werden, die gesetzlichen und technischen Anforderungen steigen weiter. Und das alles muss prognostiziert mit weniger Fachkräften als heute gestemmt werden.
Ich denke hier wird – und darf – das KoBa NRW in seiner Rolle als Kompetenzzentrum deutlich mehr gefragt werden. Das KoBa-Team dafür fachlich fundiert und passend zukunftsfähig aufzustellen, wiederum mit Blick auf den Fachkräftemangel, ist sicher eine Herausforderung. Gelingt das, steht die Fachexpertise dann allen Partnerhochschulen bedarfsgerecht zur Verfügung. Die einmalige Chance dazu bietet die kommende Vollmitgliedschaft der Kunst- und Musikhochschulen. Denn damit wächst das KoBa NRW nicht nur personell durch die von den sieben Hochschulen eingebrachten Stellen, sondern kann auch auf die oben genannten Herausforderungen reagieren. Die neuen Fachreferent*innen im kommenden Jahr in das bestehende Team einzubinden, ist daher eine wichtige und wegweisende Aufgabe, der ich mich gerne stelle.
4. Neben den vielseitigen Aufgaben als Führungskraft, welche Fachthemen/Projekte möchten Sie gerne betreuen? Gibt es etwas, auf das Sie sich besonders freuen?
Hochschulstandortentwicklung, Masterplanung sowie Bauen und Betrieb werden sicher meine Kernthemen beim KoBa NRW werden. Aber ein Fokus wird auch auf der Stärkung der Netzwerke, der partnerschaftlichen Verhältnisse zwischen den Hochschulen, BLB und dem Ministerium liegen. Dazu muss man das fachliche Wissen in den Gebäudedezernaten und die Bedarfe der Hochschulen kennen. Darum freue ich mich darauf, die Hochschulen und die dort in den Gebäudedezernaten arbeitenden Kolleg*innen in den kommenden Monaten besser kennenzulernen.
5. Worauf kommt es Ihnen bei der Zusammenarbeit mit Ihrem Team und den Partnerhochschulen an?
Ein Teil steckt schon im Begriff Partnerhochschule. Ich wünsche mir ein partnerschaftliches Miteinander im KoBa-Team und mit den Teams der Gebäudedezernate – unterstützend auf Augenhöhe und im gegenseitigen Austausch. Ich mag keine „Wissenseinbahnstraßen“, teile Wissen gerne. Wir profitieren alle davon, unsere Fachkompetenzen gegenseitig verfügbar zu machen. Man muss und kann nicht alles wissen. Das Netzwerk des KoBa NRW soll allen die Möglichkeit geben, dort oder in den Partnerhochschulen jemanden zu finden, der mit Wissen unterstützt. Das schafft auf Dauer kollegiales Vertrauen und macht allen in den Gebäudedezernaten den Alltag m. E. etwas leichter.
6. Gibt es etwas, das Kolleg*innen überraschen würde, wenn sie es über Sie erfahren?
Meine Leidenschaft sind WIKING – Modellautos im Maßstab 1:87. Die Modellgröße kennt man z. B. aus dem Miniatur Wunderland in Hamburg. Überraschend ist dann eher, dass ich davon in den letzten 40 Jahren mehr als 5.000 Stück zusammengetragen habe. Das heißt, dass ich im Schnitt mehr als 2 Stück pro Woche seit meinem 10. Lebensjahr in die Sammlung gestellt habe – eine Zahl die mich eben beim Nachrechnen selber überrascht hat.