Innovativ - Praxisnah - Zukunftsorientiert

Das Projekt „NeLe – Neue Lernwelten“ unterstützt die Entwicklung moderner Lernräume an Hochschulen in NRW. Es zeigt, wie zeitgemäße Raumkonzepte den Campus von morgen gestalten.

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Testausstattungen

Vor größeren Investitionen sollten zunächst Testausstattungen einzelner Räume oder Raumbereiche erfolgen, um zu evaluieren, wie die Möbel genutzt und angenommen werden. Studierende sollten dabei in die Produktauswahl einbezogen werden. Zum Beispiel können alternative Möbel (etwa verschiedene Hocker, Sessel oder Stühle) exemplarisch angeschafft oder als Leihgabe von Herstellern in einem offenen Bereich aufgebaut werden. Studierende testen die Möbel, stimmen auf Postern per Strichliste oder mit Stickern darüber ab, welche Variante sie am Besten finden.

Per Sticker abstimmen, wo es sich am besten sitzt.

Zudem können die Studierenden auf ausgelegten Zetteln oder auf einer Webseite der Hochschule Feedback und Anregungen geben. Die Beteiligung bei der Produktauswahl kann sich auch auf andere Einrichtungselemente beziehen, z.B. Wahl des Bodenbelags, Wandfarben oder Dekoration von Räumen.

Verschiedene Materialen zur Auswahl.

Neben der Auswahl von Möbeln lassen sich Studierende auch in die Gestaltung neuer Räume einbeziehen. Im großen Stil hat z.B. die Universität Basel ihre Studierenden bei der Konzeption von Räumen beteiligt (Bachmann et al., 2014). Dies kann geschehen, indem mit neuen und alten Möbeln verschiedene Szenarien über mehrere Wochen durchgetestet werden und die Nutzer*innen ein Raumgefühl entwickeln: welche Art von Lehren und Lernen lässt sich bei einer bestimmten Anordnung von Tischen, Stühlen, Schränken, Werkbänken besonders gut durchführen?

Oben: Aufbau mit alten Möbeln. Unten: Eingerichteter Lernraum.
Konzeption des Lernraums im Rahmen studentischer Projekte

Auch ein Probesitzen oder eine Besichtigung vor Ort bei Händlern, Herstellern oder auf Messen ist bei größeren Investitionen unbedingt zu empfehlen. So unterscheiden sich die Möbel sehr in ihrer Bequemlichkeit, aber auch in ihrer Passung zur primären Nutzung wie etwas entspannt lesen, aufrecht sitzend arbeiten oder gemeinsam auf einen Bildschirm schauen.

Probesitzen auf Messen und beim Händler

Literatur:

Bachmann, G., Brandt, S., Kaufmann, H. Röder, H., Schwander, U. und Škerlak, T.: Der Campus von morgen. Lernumgebungen an der Hochschule. In: T. Škerlak, H. Kaufmann und Gudrun Bachmann (Hrsg.), Auf dem Weg zum Campus von morgen. Münster: Waxmann, 2014.

Text: Prof. Dr. Christian Kohls